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Entrümpelung: Kosten, Ablauf und Alternativen zum Sperrmüll

Ein voller Keller, eine Wohnung nach einem Todesfall, ein Dachboden voller Altlasten: Irgendwann muss alles raus. Dieser Ratgeber zeigt, was eine Entrümpelung kostet, woran Sie seriöse Firmen erkennen und wann die Sperrmüllabholung der Stadt genügt.

Zuletzt geprüft am 17. Oktober 2026

Entrümpelung, Haushaltsauflösung und Sperrmüll: die Unterschiede

Die Begriffe werden oft vermischt, meinen aber Verschiedenes:

  • Sperrmüll: Einzelne große Gegenstände aus dem Haushalt, etwa Sofa, Matratze oder Schrank. Die Stadt oder der Entsorger holt sie meist nach Anmeldung ab. Elektrogeräte, Bauschutt und Reifen gehören fast überall nicht dazu.
  • Entrümpelung: Eine Firma räumt Räume oder ein ganzes Gebäude leer und entsorgt alles, auch aus Keller oder Dachboden.
  • Haushaltsauflösung: Die Firma entsorgt oder verwertet den gesamten Hausrat. Nach den Hinweisen der ARAG gehört dazu auch, verwertbare Gegenstände zu erkennen und mit dem Preis zu verrechnen.

Als Faustregel gilt: Passt alles in wenige Kubikmeter und steht ebenerdig bereit, reicht oft die Sperrmüllabholung. Müssen Sie Räume räumen, Möbel aus dem Obergeschoss tragen oder eine ganze Wohnung leeren, lohnt sich meist eine Firma.

Was kostet eine Entrümpelung?

Einen einheitlichen Preis gibt es nicht. Als Richtwerte für durchschnittlich möblierte Objekte nennt das Portal sanier.de (Stand Januar 2026):

ObjektRichtwert
1-Zimmer-Wohnung500 bis 800 €
2-Zimmer-Wohnung600 bis 1.500 €
3-Zimmer-Wohnung800 bis 1.700 €
4-Zimmer-Wohnung1.000 bis 2.000 €
Kleines Einfamilienhaus (ca. 120 m²)2.000 bis 3.000 €
Großes Einfamilienhaus (ca. 200 m²)3.000 bis 6.000 €
Keller (ca. 20 m²)700 bis 1.000 €
Dachboden (ca. 25 m²)500 bis 2.000 €

Die Preise unterscheiden sich je nach Region und Firma deutlich. Holen Sie deshalb mehrere Angebote ein und vergleichen Sie, was jeweils enthalten ist.

Was den Preis erhöht

  • Keller und Dachböden mit vielen Kartons oder schwierigem Zugang
  • vermüllte Wohnungen, die laut sanier.de das Doppelte oder mehr kosten können, weil vor dem Entsorgen sortiert werden muss
  • verlegte Teppichböden oder Wandverkleidungen, die oft nicht im Standardpreis enthalten sind
  • eine Grundreinigung als Zusatzleistung
  • Parkverbotszone, Container und Deponiegebühren, die zusätzlich berechnet werden können

Was den Preis senkt

Bei einer Haushaltsauflösung mit Wertanrechnung werden verkäufliche Gegenstände wie Geräte, Gemälde, Antiquitäten oder wertvolle Möbel vom Preis abgezogen. Besonders wertvolle Stücke können Sie vorher auch selbst verkaufen oder an ein Sozialkaufhaus geben.

So erkennen Sie eine seriöse Firma

Nach den Hinweisen von ARAG und sanier.de sind das die wichtigsten Punkte:

  1. Besichtigung vor dem Angebot. Seriöse Firmen schauen sich die Räume an, meist kostenlos. Ein verbindlicher Preis ohne Besichtigung ist ein Warnsignal.
  2. Schriftliches Angebot mit Personal, Arbeitszeit und externen Kosten wie Entsorgungsgebühren. Am besten ein Festpreis, bei dem klar ist, ob Transport, Container und Entsorgung enthalten sind.
  3. Vorsicht bei „kostenloser“ Entrümpelung. Wird der Inhalt der Wohnung als Bezahlung gewertet, sollten die Werte vorher schriftlich geklärt und verrechnet werden.
  4. Haftpflichtversicherung. Sie schützt bei Schäden, etwa am Treppenhaus.
  5. Nachvollziehbarer Entsorgungsweg. Fragen Sie, wohin der Müll kommt, und lesen Sie Bewertungen kritisch.

Durchsuchen Sie die Wohnung vorher gründlich nach Bargeld, Schmuck und wichtigen Unterlagen. Mit der Übergabe geht das Eigentum an den Gegenständen in der Regel auf den Auflöser über.

Selbst entrümpeln: Was es spart und was es kostet

Wer selbst räumt, spart den Firmenpreis, muss aber mit Gebühren am Recyclinghof, einem Transporter und vor allem mit Zeit rechnen. Nach ARAG ist die Eigenregie günstiger, aber nicht kostenlos. Elektrogeräte, Farben, Lacke und datenschutzrelevante Dokumente gehören zum Recyclinghof oder in die Schadstoffsammlung. Für Möbel und große Teile lohnt sich oft zuerst die Abholung durch die Stadt.

Erst die Stadt fragen: Sperrmüll-Regeln im Überblick

Viele Städte holen Sperrmüll günstig oder sogar kostenlos ab. Bei einer Teilentrümpelung spart das schnell mehrere hundert Euro. Die folgende Übersicht zeigt, wie unterschiedlich die Regeln in zwölf großen Städten sind. Die Städte sind alphabetisch sortiert, Einzelheiten und Quellen stehen auf den Stadtseiten.

StadtAbholungHinweis
BerlinAb 50 €Günstige Variante mit Termin ab dem 16. Werktag
Dortmund20 €Wunschtermin 60 €
DüsseldorfKostenlos bis 2 m³Anmeldung immer nötig
EssenStandardabholung kostenlosCa. 1 m³ plus max. 2 große Elektrogeräte
Frankfurt am MainBis 10 m³ inklusiveWartezeit bis ca. 10 Arbeitstage
Hamburg35 € bis 8 m³50 € aus dem Gebäude
HannoverKostenlos bis 5 m³Einzelstück höchstens 2 m lang und 75 kg
KölnKostenlos bis 3 m³Vorlauf ca. 3 Wochen, Flex-Service gegen Aufpreis
Leipzig25 € bis 4 m³ vom GehwegMindestens 5 Wochen Vorlauf
München50 € Anfahrt plus 20 € je m³Wartezeit aktuell 1 bis 2 Wochen
SiegenIn den Abfallgebühren enthalten2 Abholungen pro Jahr und Objekt
Stuttgart2 kostenlose Abholungen pro JahrBis 3 m³ je Abholung

Alle Städte mit ihren Regeln finden Sie in der Übersicht aller Städte. Die Angaben können sich ändern, maßgeblich ist immer die Stadt selbst.

Wann die Sperrmüllabholung nicht reicht

  • Mengengrenze: Je nach Stadt sind es oft nur wenige Kubikmeter, bei einer Wohnungsauflösung fällt meist mehr an.
  • Ausgeschlossenes: Elektrogeräte, Bauschutt, Reifen und Sondermüll nimmt die Abholung in der Regel nicht mit.
  • Eigene Bereitstellung: Sie tragen alles selbst an den Straßenrand, meist bis früh am Abholtag.
  • Wartezeit: Je nach Stadt vergehen Tage bis mehrere Wochen bis zum Termin.

Müssen Sie eine ganze Wohnung, einen Keller oder ein Haus räumen, rechnet sich die Firma meist. Dann hilft es, mehrere Angebote zu vergleichen.

Checkliste vor dem Auftrag

  • Klären, was raus soll und was bleibt, Wertsachen und Dokumente vorher sichern
  • Mietvertrag prüfen: In welchem Zustand muss die Wohnung übergeben werden?
  • Bei fremdem Eigentum Vollmacht oder Erbschein bereithalten
  • Zwei bis drei Angebote nach Besichtigung einholen
  • Schriftlichen Festpreis mit Transport, Entsorgung und gegebenenfalls Container vereinbaren
  • Haftpflichtversicherung der Firma erfragen
  • Verträge für Strom, Internet und Versicherungen umstellen oder kündigen, Nachsendeauftrag einrichten

Häufige Fragen

Was kostet eine Entrümpelung für eine 2-Zimmer-Wohnung?

Als Richtwert nennt sanier.de 600 bis 1.500 €. Der Preis hängt von Menge, Etage, Zugang und Entsorgungskosten ab.

Kann ich Sperrmüll und Entrümpelung kombinieren?

Ja. Viele sparen, indem sie große Möbel über die Stadt abholen lassen und für den Rest eine Firma beauftragen. Fragen Sie vorher nach, was die Firma dann noch mitnimmt.

Ist eine kostenlose Entrümpelung seriös?

Nur, wenn die Werte der Gegenstände klar festgelegt und im Angebot verrechnet werden. Lassen Sie sich alles schriftlich geben.

Muss ich für den Sperrmüll der Stadt etwas zahlen?

Das hängt von der Stadt ab. Manche Städte holen kostenlos ab, andere verlangen eine Pauschale. Die Übersicht oben zeigt Beispiele.

Wer darf eine Wohnung nach einem Todesfall räumen?

Das dürfen in der Regel die Erben. Bei fremdem Eigentum sollten Sie eine Vollmacht oder einen Erbschein bereithalten und den Mietvertrag prüfen.

Quellen: ARAG Verbraucherinfo: Haushaltsauflösung (30.01.2024) · sanier.de: Kosten und Tipps beim Entrümpeln (Stand 19.01.2026)